»Speak Boldly: The Julius Eastman Dance Project« in den Sophiensaelen Berlin

news_2018-11_Eastman Speak Boldly – The Julius Eastman Dance Project © Jermain T. Raffington

15. November 2018

Vom 6. bis 9. Dezember 2018 kehrt das Zafraan Ensemble gemeinsam mit der Company Christoph Winkler in die Sophiensaele zurück, um an vier Abenden dem Komponisten Julius Eastman und seiner Musik auf die Spur zu kommen.

Julius Eastman war eines der seltenen Multitalente der Musikgeschichte: Als Musiker, Komponist, Sänger und Tänzer sorgte seine Begabung schnell für viel Aufsehen und er kollaborierte mit so unterschiedlichen Künstler_innen wie Morton Feldman, Pierre Boulez, Meredith Monk und Arthur Russel. Obwohl seine Kompositionen erfolgreich in den USA und Europa aufgeführt wurden, gelang es ihm jedoch nicht, sich als offen schwuler Afroamerikaner in der Szene einer weiß-dominierten Kunstform durchzusetzen. 1990 starb er mit nur 50 Jahren, obdachlos, nach einer langen Phase des Drogenmissbrauchs.

Mit ihm ging auch ein Großteil seiner Kompositionen verloren. Dank zahlreicher Rekonstruktionen wurde sein Werk in den letzten Jahren wiederentdeckt und international gefeiert. Unter besonderer Berücksichtigung der Werkgeschichte von Minimal Music und zeitgenössischem Tanz übersetzt Christoph Winkler gemeinsam mit internationalen Gästen drei Stücke Eastmans – Gay Guerilla, The Holy Presence of Joan d’Arc und Femenine – in eine Choreografie, die sich auf die rhythmischen Aspekte und die Programmatik von Eastmans Musik konzentriert. Welche Inspirationen hätte der Tanz aus Eastmans Werk ziehen können, wenn er Teil des musikalischen Kanons geworden wäre?

Programm:
Julius Eastman: Gay Guerilla (1979) für 4 Flügel und 5 Tänzer_innen
Julius Eastman: The Holy Presence of Joan d’Arc (1981) für 6 Celli und 2 Tänzerinnen
Julius Eastman: Femenine (1974) für 2 Klaviere, 2 Keyboards, 2 Celli, 1 Vibraphon, 2 Violoncelli, 2 Saxophone, 1 Flöte und 7 Tänzer_innen

Donnerstag, 06.12.2018, 20 Uhr (Premiere)
Freitag, 07.12.2018, 20 Uhr
Samstag, 08.12.2018, 20 Uhr
Sonntag, 08.12.2018, 20 Uhr

Rahmenprogramm:
07.12.2018, 18.30 Uhr: Tanzscout mit Maren Witte
08.12.2018, 18.30 Uhr: Precarious Disidentifications: Julius Eastman and the Black American Avant-Garde – Vortrag von Thomas F. DeFrantz

Eintritt: 15 € / 10 € (ermäßigt)
Sophiensaele, Berlin
Ticket-VVK

Idee, Konzept: Christoph Winkler
Choreografie, Tanz: Aloaii Tapu, Jahra ‚Rager‘ Wasasala, Karima Amrani, Lois Alexander, Lisa Rykena, Zen Jefferson, Christofer Medina (Choreografie Femenine: Zen Jefferson)
Arrangement: Clemens Hund-Göschel
Zafraan Ensemble & Guests: Clemens Hund-Göschel, Johannes Malfatti, Claudia Pérez Iñesta, Andreas Schulz (Klavier); Martin Smith, Alice Dixon, Stefan Heinemeyer, Mathis Mayr, Angela Park, Tony Rymer (Violoncello); Liam Mallett (Flöte), Martin Posegga (Saxophon), Daniel Eichholz (Perkussion)
Technische Leitung, Lichtdesign: Claes Schwennen
Bühnenbild: Valentina Primavera
Kostüme: Raki Fernandez
Produktionsleitung: Laura Biagioni

Eine Produktion von Company Christoph Winkler. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Augstein-Stiftung. Medienpartner: taz. die tageszeitung