Terroir

Bild Konzert Zafraan

29.11.2024 19:00 - Zwingli Kirche Berlin, Rudolfstr. 14, 10245 Berlin

Am 29. November um 19 Uhr erwartet euch ein ganz besonderer Abend in der Zwingli Kirche in Berlin-Friedrichshain: Genoël von Lilienstern kreiert eine einmalige Klangerfahrung, die all eure Sinneskanäle angesprochen werden ...

Das französische Wort „Terroir“ lautet wörtlich übersetzt “Gegend”. In ihm steckt auch das Wort „terre“. Es steht für die Gesamtheit einer lokalen Umgebung. Ein Ambiente, das Elemente wie Boden, Klima und Topografie beinhaltet. Der Begriff fand zuerst in der Kulinarik Verwendung, wo er auch für eine „ehrliche“, der Kraft weniger Zutaten vertrauenden Küche steht. Er verweist jedoch über diesen Kontext hinaus. Es geht um eine Aktivierung der Wahrnehmung für die vorliegende Materialität. Um eine Wertschätzung der gegebenen Ressourcen, ohne vorkonzipierte Rahmung. In diesem Sinne ist der Begriff erdverbunden und transzendental zugleich.

Genoël von Lilienstern hat über mehrere Jahre eine Serie von Stücken entwickelt, die ihren Fokus besonders stark auf den Klang legt. Es geht darin um ein verdichtetes, immersives Konzerterleben, speziell von Klängen, welche sich nicht nur über den Hörsinn artikulieren, sondern auch haptisch-körperliche Erfahrungen auslösen. Klänge und die Ausreizung ihrer besonderen Eigenschaften, sowie die damit verbundenen Wahrnehmungseffekte, stehen im Mittelpunkt dieses Work in Progress. Dieser Ansatz ist komplementär zu anderen Kompositionen von Genoël von Lilienstern, die oft aus virtuosen Netzwerken von semantischen Bezügen geflochten sind. Im Mittelpunkt steht hier aber die Klangsubstanz. Das intensive Erleben des Moments, einer – trotz Lautstärke – Ruhe, die sich innerhalb einer Dramaturgie in Zeitlupe einstellt.

Genoël von Lilienstern knüpft in Terroir an verschiedene, aktuelle Innovationen experimenteller Klanggestaltung an. Zum einen geht es um das elektrifizierte Hineinzoomen in den Instrumentalklang. Durch Transposition, Verzerrung und Verräumlichung erfährt er eine Monumentalisierung. Sie vollzieht sich in langsamen Entwicklungen, wie sie im Doom-Metal gebräuchlich sind.

Komposition für Ensemble und Elektronik: Genoël von Lilienstern

Flöte: Liam Mallett

Saxophon: Martin Posegga

Klarinette: Miguel Pérez Iñesta

Violine: Emmanuelle Bernard

Bratsche: Josa Gerhard

Cello: Martin Smith

Kontrabass: Beltane Ruiz Molina

Harfe: Anna Viechtl

Linnstrument: Clemens Hund-Göschel

Szenische Konzeption: Bastian Zimmermann

Management und ÖA: Sofia Surgutschowa