All right.Good night. bei den Ruhrfestspielen 2026
All right. Good night.
Ein Stück über Verschwinden und Verlust
von Helgard Haug (Rimini Protokoll) mit Musik von Barbara Morgenstern
Regie: Helgard Haug
Alles beginnt mit einer leisen Veränderung im Alltag: ein vergessenes Datum, ein verwechselter Name, eine Lücke im Gespräch. Für Autorin und Regisseurin Helgard Haug ist es der Moment, in dem ihr Vater langsam beginnt, aus dem gemeinsamen Leben zu verschwinden. Die Diagnose Demenz macht aus vielen kleinen Aussetzern ein unumkehrbares Abrücken. Diese private Erfahrung wird in ihrem Theaterabend mit einem weltumspannenden Ereignis verflochten: dem rätselhaften Verschwinden von Flug MH370 im März 2014.
Eine Boeing mit 239 Menschen an Bord verliert plötzlich den Kontakt zur Welt. Der letzte Funkspruch aus dem Cockpit: „All right. Good night.“ Funkaufzeichnungen, Satellitensignale, mögliche Absturzpunkte, Suchmissionen – trotz einer Flut von Daten, Spuren und Vermutungen bleiben die Maschine und die Menschen an Bord bis heute verschwunden. Wie kann ein Passagierflug im digitalen Zeitalter verschwinden? Und was bedeutet es für Angehörige, wenn eine Gewissheit über den Verbleib nie eintritt?
Die Überlagerung beider Geschichten schafft einen Raum, in dem sich das Ungewisse, das Offene, das Unfassbare verdichten. Getragen wird dieser außergewöhnliche Abend vor allem von seiner Musik. Die live gespielte Komposition von Barbara Morgenstern bildet das pulsierende Zentrum: Sie fängt Erinnerungsfragmente ein, dehnt die Stille, verwebt Atmosphären. Gespielt von den Musiker*innen des Zafraan Ensembles entsteht eine vibrierende Struktur, mal treibend, mal schwebend, mal brüchig wie ein Satz, der nicht beendet wird. So wird die Musik zum Resonanzraum für das Verschwinden selbst. In „All right. Good Night.“ wird nicht gesprochen. Sämtliche Texte erscheinen als Projektionen auf einer feinen Gaze, die wie eine durchlässige Membran zwischen Publikum und Klangraum schwebt. Die Abwesenheit von Menschen wird so auch erfahrbar: Die Körper fehlen, ihre Stimmen sind Spuren im Raum. So entsteht ein vielschichtiges Theatererlebnis, das Verlust nicht erklärt, sondern spürbar macht.
Mehr Infos und Karten: https://www.ruhrfestspiele.de/programm/2026/all-right-good-night
Konzept, Text, Regie: Helgard Haug
Komposition: Barbara Morgenstern
Orchester: Zafraan Ensemble
Hands: Johannes Benecke, Mia Rainprechter
Sprecherinnen: Emma Becker, Evi Filippou, Margot Gödrös, Ruth Reinecke, Mia Rainprechter, Louise Stölting
Bühne: Evi Bauer
Video/Licht Design: Marc Jungreithmeier
Sound Design: Peter Breitenbach
Dirigat: Premil Petrović
Arrangement: Davor Branimir Vincze
Dramaturgie: Juliane Männel
Outside Eye: Aljoscha Begrich
Technische Leitung: Andreas Mihan
Technische Leitung Touring: Martin Schwemin
Künstlerische Mitarbeit: Lisa Homburger
Kostüm und künstlerische Mitarbeit Bühnenbild: Christine Ruynat
Sound Design Assistenz: Rozenn Lièvre
Assistenz Technische Leitung: David Scholz
Produktionsleitung: Louise Stölting
Zafraan Ensemble Musiker*innen Bühne: Matthias Badczong (Klarinette), Minhye Ko (Schlagzeug), Josa Gerhard (Violin), Martin Posegga (Saxophon), Beltane Ruiz (Kontrabass)
Zafraan Ensemble Musiker*innen Aufnahme: Josa Gerhard (Violin), Noa Niv (Posaune), Matthias Badczong (Klarinette), Liam Mallet (Flöte), Martin Posegga (Saxophon), Damir Bacikin (Trompete), Anna Viechtl (Harfe), Adam Weisman (Schlagzeug), Evi Filippou (Schlagzeug), Yumi Onda (Violine), Benedikt Bindewald (Viola Tonaufnahme), Maria Reich (Viola), Alice Dixon (Cello), Natalie Plöger (Kontrabass), Florian Juncker (Posaune)